Dorf gegründet
Slatina wurde um 1150 gegründet. Ein Klosterhof bestand hier von 1220 bis 1284.
Über zwei Jahrhunderte jüdisches Gemeindeleben
im Herzen des Böhmerwald-Vorlands
Seit mehr als 1.000 Jahren haben jüdische Gemeinschaften den Charakter der Gesellschaft in unserem Territorium geprägt. Ihre Geschichte ist ein untrennbarer Teil der böhmischen und mährischen Geschichte.
Nach schriftlichen Quellen kamen die ersten jüdischen Kaufleute schon im 10. Jahrhundert auf Handelswegen aus dem Süden über die Alpen und aus dem Osten über den Balkan in die böhmischen Länder. Sie siedelten sich zunächst in Handelszentren wie Brünn, Olmütz, Znaim und Prag an.
Bald gerieten sie in Konflikt mit den örtlichen Zünften, die sie als gefährliche Konkurrenz betrachteten. Ihr Überleben und ihre Sicherheit konnten nur durch Schutzzusagen von Herrschern oder Feudalherren gewährleistet werden – was außerordentlich kostspielig war. Ständige Angriffe und Pogrome zwangen die Juden, sich freiwillig oder zwangsweise in Ghettos abzusondern, doch auch diese boten keinen ausreichenden Schutz.
Am Ende des 20. Jahrhunderts gab es in Böhmen und Mähren rund 350 jüdische Friedhöfe, 313 Synagogen und 77 historische jüdische Siedlungen. Viele davon wurden zerstört – zuerst durch Pogrome, dann durch die Nationalsozialisten und danach durch die Kommunisten. Slatina ist einer der Orte, an denen dieses Erbe in besonders wertvoller Form erhalten geblieben ist.
„Stille Orte tragen das lauteste Zeugnis."
Von der Gründung des Dorfes über die Blütezeit der jüdischen Gemeinde bis zu ihrem Ende.
Das klassizistische Gebäude von 1868 ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele ländlicher jüdischer Architektur in Südwestböhmen.
Ein zweigeschossiges klassizistisches Gebäude mit Walmdach, nach Osten in Richtung Jerusalem ausgerichtet, gemäß jüdischer Tradition. Abmessungen: 18,9 × 11,4 m, Höhe 7 m bis zum Hauptgesims. Große halbkreisförmige Fenster erhellen beide Stockwerke.
Der Toraschrein an der Ostwand – der heiligste Teil der Synagoge.
Das Lesepult in der Mitte des Betsaals, von dem aus die Tora vorgelesen wurde.
Rituelles Bad im Erdgeschoss, gespeist von fließendem Wasser aus einer natürlichen Quelle.
Ein separater Bereich im Obergeschoss, über eine Außentreppe zugänglich.
Versteckt in einem Wald etwa 1 km nördlich von Slatina liegt der Friedhof, dessen Bestattungen bis ins Jahr 1668 zurückreichen.
Der Friedhof misst 58 × 28 Meter (1.624 m²) und ist von einer 2 Meter hohen Steinmauer umgeben. Er enthält etwa 172 Grabsteine im Barock- und Klassizismusstil – schlichte Granitstelen und Kalksteinmonumente mit Bogenabschlüssen und floralen Motiven.
Über dem Eingangstor befand sich eine hebräische Inschrift: „Haus der Versammlung aller Lebenden. Staub und Erde bist du, und zu Staub und Erde wirst du zurückkehren." Bestattungen fanden gemäß der Tradition bei Sonnenuntergang statt. Die letzte Bestattung war 1937.
Am 4. April 1866 in Záboří u Blatné als eines von elf Kindern geboren. Mit 15 Jahren wanderte er mit wenig Mitteln nach Chicago aus. Er studierte Jura und vertrat Illinois ab 1907 ununterbrochen im US-Kongress für 23 aufeinanderfolgende Amtszeiten – als zweitlängstdienender Kongressabgeordneter in der Geschichte der USA.
„1918 organisierte er den triumphalen Empfang von Präsident T. G. Masaryk in Washington und wurde zum wichtigsten Verbündeten der Tschechoslowakei im US-Kongress."Vollständige Biographie
Slatina liegt in der malerischen Region des Böhmerwald-Vorlands. Planen Sie einen Besuch, um die jüdischen Kulturstätten persönlich zu erleben.
Slatina 58
Kulturdenkmal Nr. 37216/4-3287
Ca. 1 km nördlich von Slatina,
westlich der Straße nach Chanovice
Der Friedhof ist das ganze Jahr frei zugänglich. Die Synagoge ist nicht öffentlich zugänglich – es handelt sich um ein Privatgebäude. Für eine Führung wenden Sie sich bitte an das Gemeindeamt Slatina.
Südwestböhmen beherbergt Dutzende von Stätten mit bedeutendem jüdischen Kulturerbe – von Pilsen bis Klattau und Taus.
Die Pflege der Synagoge, des Friedhofs und anderer Denkmäler erfordert langfristige Fürsorge und Finanzierung. Ihre Unterstützung hilft, dieses einzigartige Zeugnis intergemeinschaftlichen Zusammenlebens für kommende Generationen zu erhalten.
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