Wahrscheinlich keine andere Nation mußte während ihrer Existenz solch eine Entwicklung durchmachen, wie die Juden. Tausendjähriger Vorenthalt des historischen Anspruchs auf Heimat und auch Leben in anderen Ländern, Verfolgung und Pogrome
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Pogrom
Unter einem Pogrom (m.) versteht man eine gewaltsame, auch organisierte Massenausschreitung gegen Mitglieder einer religiösen, nationalen, ethnischen oder andersartigen Minderheit oder Gruppe einer Nationalität oder Bevölkerung, verbunden mit Plünderungen und Misshandlungen sowie Mord oder Genozid.

Der Begriff stammt aus dem Russischen und bedeutet übersetzt Verwüstung, Zerstörung, Krawall (погрóм, abgeleitet von громить = demolieren, zerstören). Er wird zunächst verwendet für die Judenverfolgungen im Mittelalter durch die Christen, die religiös motiviert waren: Im Laufe der Jahrhunderte nach Jesu Kreuzigung durch die Konzile der Kirche verschärfte sich die Ansicht, dass "die Juden" insgesamt am Tode Jesu schuld gewesen wären und insofern "Gottesmörder" seien, den Texten der Bullen und Konzile nach. Auch für die Pest-Epidemie im 14. Jahrhundert wurden Juden in ganz Europa als die Sündenböcke dargestellt. Als Begründung für diese Massenverfolgungen dienten den Christen außerdem widersprüchlicherweise die Besonderheiten der jüdischen Religionsgemeinschaft sowie deren (meist erzwungene) Absonderung in den städtischen Ghettos.
haben ihren Höhepunkt in der Bestrebung Hitler – Deutschlands gefunden und zwar die Juden restlos aPoloha na mapě ČRuszurotten. Zugleich gab es aber nur wenige Nationen, die imstande waren, ihre Lebensfähigkeit, ihr angeborenes Gefühl der Zugehörigkeit, die Fähigkeit sich sowohl im eigenen
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Davidova hvězda
Star of David
A Star of David, often yellow-colored, was used by the Nazis during the Holocaust as a method of identifying Jews. After the German invasion of Poland in 1939 there were initially different local decrees forcing Jews to wear a distinct sign – in the General Government e.g. a white armband with a blue Star of David on it, in the Warthegau a yellow badge in the form of a Star of David on the left side of the breast and on the back. The requirement to wear the Star of David with the word Jude (German for Jew) inscribed was then extended to all Jews over the age of 6 in the Reich and the Protectorate of Bohemia and Moravia (by a decree issued on September 1, 1941 signed by Reinhard Heydrich) and was gradually introduced in other German-occupied areas, where local words were used (e.g. Juif in French, Jood in Dutch).
Lande als auch in der Welt durchsetzen, aufrechtzuerhalten. Es ist also kein Wunder, daß der jüdischen Besiedlung in der ganzen Welt, aber besonders in Europa, eine außerordentliche Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Jedoch nicht immer wurden die Forschungsergebnisse korrekt und unparteiisch dargeboten. Nur mangelhaft wurden dabei die kleineren jüdischen Besiedlungen auf dem Lande unter die Lupe genommen, weil man sich logischerweise auf die größeren Städte konzentrierte. Eines dieser Dörfer, wo die jüdische Gemeinde über 300 Jahre existierte, war das Dorf Slatina, unweit von Horažďovice. Was das Ausmaß der jüdischen Besiedlung angeht (Ghetto,
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Ghetto
Ein Ghetto oder Getto ist ein Stadtviertel, in dem eine bestimmte, früher meist jüdische, Bevölkerungsgruppe lebt.

Häufig lebten Juden seit der Antike in Europa, insbesondere in den Ländern um das Mittelmeer und seit der Spätantike auch in Deutschland. Ursprünglich konnten sie fast allen Berufen nachgehen. Es wurde ihnen auch meist volle Handelsfreiheit gewährt, sie durften auch Grundeigentum erwerben. In der mittelalterlichen Stadt lebten die einzelnen sozialen Gruppen und Berufsgruppen meist überwiegend in einem bestimmten Stadtviertel oder einer Straße. Im Sinn dieser jeweils verdichteten Siedlungsweise lebte auch die Mehrzahl der Juden üblicherweise in einer (dann nach ihnen so genannten) Judengasse oder einem Judenviertel, unter anderem deshalb, weil ihnen deren Absperrbarkeit (nicht wörtlich zu verstehen: eine symbolische Absperrung durch eine Schnur oder Kette reichte) nach außen durch die Bildung eines sogenannten "Eruv" (deklarierter Bezirk, innerhalb dessen auch am Sabbat bestimmte Arbeiten gestattet waren) die Einhaltung der Sabbatgebote erleichterte. So, wie meistens auch einige Juden außerhalb dieses Stadtteils lebten, lebten andererseits auch Nichtjuden innerhalb des Judenviertels.
Synagoge,
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Synagoge
Eine Synagoge (v. griech.: συναγω synago; [sich] versammeln) ist ein jüdisches Versammlungs- und Gotteshaus für Gebet, Schriftstudium und Unterweisung. Mit zehn männlichen Betern, dem Minjan, kann sich eine Gemeinde konstituieren.

Die hebräische Bezeichnung für die Synagoge ist „eda“ oder "Beth knesset" (בית כנסת Haus der Versammlung) oder Beth Tefila (Haus des Gebets). Sie ist unterteilt in den Gebetsraum (das Hauptheiligtum) und kleinere Räume zum Studium. Diese Lehrräume werden als Beth Midrash (hebr.: Haus der Lehre) bezeichnet.
Friedhof), stellt Slatina einen seltenen Komplex dar.
Die Geschichte der Juden in Slatina
Das Dorf Slatina wurde um 1150 gegründet. Im Jahre 1220 wurde hier ein Kirchengut des Sankt Georg Klosters errichtet, das die hiesige Gegend kolonisierte. Dem Kloster gehörte Slatina 56 Jahre an. Im Jahre 1284 verkaufte  Bischof Tobias das Gut an den Burggrafen von Zvikov Bohuslav. Der Preis war 170 Pfund Silber. Dann hat das Gut vielmals seinen Besitzer gewechselt, bis es im Jahre 1691 in Besitz von Václav Lev Jindřich Kunáš von Machovic überging. Unter seiner Herrschaft verzeichnete das Leben des Dorfes großen Wandel. Kunáš folgte dem Beispiel der anderen Adligen dieser Zeit und begann mit der Besiedlung seines Gutes mit Juden.
Er ermöglichte ihnen die verlassenen Häuser zu mieten und stellte ihnen Boden zur Verfügung, damit sie eigene Behausungen bauen können. Diese stellten den Grund des Slatiner Ghettos dar. Die Juden waren überwiegend als Getreide- oder Viehhändler tätig, sie trieben auch Hausiererhandel. Als „Schutzjuden“ mußten sie ihrem Beschützer einen großen Teil ihres Einkommens abführen. Schon zu dieser Zeit müssen hier schon jüdische Gottesdienste stattgefunden haben, was die Errichtung des jüdischen Friedhofs bezeugt. Die Errichtung des Friedhofs bewilligte Václav Ferdinand Kunáš mit der Urkunde im Jahre 1723.
Friedhof
Der ursprüngliche Friedhof der Gründungsurkunde nach nur 15 x 15m groß, wurde später ausgebaut, so dass er heute 58 x 28m einnimmt und von einer Steinmauer umgeben ist. Über den Eingang wurde Steinplatte befestigt mit der hebräischen Aufschrift : „Staub bist du und zum Staub kehrst du wieder zurück.“
Gegenwärtig befinden sich auf dem Friedhof 172 Grabsteine in zwei Ausfertigungen. Entweder sind es Granitgrabsteine, die sehr einfach und ohne Ornamente bearbeitet und heute nur schwer zu lesen sind, oder es sind Kalksteinstelen, die meistens durch einen Bogen ergänzt sind. Diese  sind mit stilisierten Blumenmotiven geschmückt. Zu der Slatiner jüdischen Gemeinde gehörten weitere 12 Dörfer, jedoch wurden hier die Juden aus breiter Umgebung bestattet. Die Zahl der hier beerdigten Personen ist  aber wahrscheinlich viel höher.
Synagoge
Die ursprüngliche, aus Holz gebaute Synagoge, war sehr klein (8 x 6 m) und stand im Zentrum vom Ghetto. Im Jahre 1868 kaufte die Gemeinde für 500 Goldstücke ein Grundstück von Herrn Podlešák und erbaute hier ein neues auf ländliche Verhältnisse prachtvolles Gebäude, in der Form, die noch heute zu bewundern ist. In der Synagoge befand sich die Schule, eine Wohnung und der Gebetsraum. Die jüdische Schule, deren Anfänge in das Ende des 17. Jahrhunderts zurück reichen, beendete ihre Aktivitäten im Jahre 1893 – wegen der zu kleinen Anzahl der Kinder.
An dieser Stelle sollte zumindest der Lehrer Isak Schwarz erwähnt werden. Dieser war nicht nur wegen seiner Verdienste für die Gemeinde sondern  fürs ganze Dorf sehr beliebt. Die jüdischen Lehrer waren auch sehr oft Berater der hiesigen Bürgermeister und Dorfrichter.
Die jüdische Gemeinde wurde von einem gewählten Ausschuß an der Spitze mit dem Bürgermeister geleitet. Dieser Ausschuß erledigte die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde, z. B. die Aufstellung des Haushaltes, Instandhaltung der Synagoge und Schule, finanzielle Abführungen an das Rabinat in Blatná, Unterstützung für arme Glaubensgenossen u. ä. Mit der Gründung der jüdischen  Gemeinde in Lažany kam es zur Abschwächung der Gemeinde in  Slatina und auch dies führte unter anderem zur Emigration nach Amerika (1). Nur im Jahre 1894 waren es 134 Personen, insgesamt dann in den folgenden Jahren fast 250 Personen.
Historisch gesehen scheint in Slatina am wertvollsten das Ghetto, wobei man jedoch zugestehen muß, dass aus dieser Zeit nur die im Plan aus dem Jahre 1837 als Nm. 19, 29, und 31 bezeichneten Gebäude erhalten geblieben sind, wobei diese später zum großen Teil umgebaut worden sind. Den Hauptkern des Ghetto in Slatina bildete eine Anhäufung von Häusern aus Stein und Lehm, etwa 6 x 5m groß. Im Jahre 1846 lebten in 11 solchen Häusern 19 Familien – insgesamt 110 Personen – was ein Drittel der Dorfbevölkerung darstellte. Weitere 19 Juden lebten bei den „Christen“. Nach 1850 begann die Auswanderungswelle der Juden, besonders nach Amerika, zum Teil auch auf den Balkan. Die letzte jüdische Familie verließ Slatina im Jahre 1917.
Das Ghetto wurde auf schlechtem sumpfigem Boden gebaut (Slatina = Moor), wo angeblich ein Brunnen mit Heilwasser qeullte. Im Jahre 1834 wohnten hier 17 Familien, jede dann immer in einem Raum, in einigen sogar zwei Familien zusammen. Heute kann man sich solche Wohnverhältnisse kaum vorstellen, wenn wir zudem noch in Betracht ziehen, dass jede Familie 10 und mehr Kinder haben konnte.  Die Behausungen waren teilweise aus Holz, kombiniert mit Stein und großen Lehmziegeln.
Bedeutung der Juden fürs Leben in Slatina
Der Hauptgrund, warum Kunáš von Machovi die Juden nach Slatina holte, war besonders vorteilhaft für ihn selhat. Das jödische Element verlieh dem Dorf eine bestimmte Urwüchsigkeit. So fanden her z. B. jüdische Bälle statt und zwar in der Gaststätte des Juden Hasterlik. Am Sabat
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Sabat
Der Sabbat שבת‎ Schabbat (sephardisch) bzw. Schabbos (aschkenasisch), jiddisch Schabbes; wörtlich zu deutsch etwa "Ruhepause") ist nach dem Schöpfungsbericht der Tora (christliche Bezeichnung: Fünf Bücher Mose, Pentateuch) der siebente Wochentag, der von Gott gesegnet und geheiligt ist (Gen 2,2f EU). Er beginnt in der Praxis am Freitagabend und endet am Samstagabend. Der Sabbat wird von den Juden als Feiertag begangen, ist allerdings auch bei einigen christlichen Kirchen der Tag der Ruhe.

Der Sabbat erinnert an das Ruhen Gottes am siebten Tag der Schöpfungswoche.
Bis heute wird aufgrund des Talmud bestimmt, welche Tätigkeiten als "Arbeit" anzusehen sind. Darum ist es zum Beispiel verboten, Feuer anzuzünden, eine Arbeit zu verrichten, für die irgendein Werkzeug gebraucht wird, oder zu schreiben. Es ist außerdem verboten, am Sabbat etwas zu kaufen oder zu verkaufen, oder Geld auch nur zu berühren. Als Arbeiten, die am Sabbat nicht getan werden sollten, gelten im Talmud alle Tätigkeiten, die mit der Erwerbsarbeit oder mit Geldverdienen zu tun haben. Liberale Juden schreiben also am Sabbat, wenn es zur Freizeitgestaltung gehört, aber nicht beruflich. Sie benutzen auch das Auto oder die Bahn nicht, um zum Beispiel zum Gottesdienst zu fahren. Auch liberale Juden tätigen am Sabbat soweit irgend möglich keine Einkäufe.
lebte das ganze Dorf auf. Dutzende Juden aus breiter Umgebung mit ihren typischen Kaftanen, Hüten und Vollbärten war sicher ein Spektakel. Interessanten Anblick boten auch die Trauerzüge, die den  Friedhof „na Hradcích“ zum Ziel hatten.
Auch wenn hier zwei ethnische Gruppen nebeneinander lebten, verlief hier das Leben in Ruhe und Einklang. Die Dorfarmen halfen den Juden als Viehtreiber bei dem Viehhandel  bei den Geschäften der Juden in der Umgebung, ja sogar auch in Prag oder Bayern. Träger, Boten, Bauern, die alle boten ihre Arbeit, Fuhrwerke, Vieh und Getreide an. Man kann also sagen , dass die Blütezeit des Judentums in Slatina auch zur Entwicklung der ganzen Gemeinde beitrug. Mit der sich vermindernden  Zahl der Juden leerte sich auch die kostenaufwändige Synagoge, der Unterricht in der Schule wurde aufgegeben, die heranwachsende Generation der Juden zog in die Städte oder nach Amerika (1). Der ehrfürchtige Jude Mojse Hasterlik hat im Jahre 1989 bei der Bank in Horažďovice 2000 Goldstücke eingelegt, um zu ermöglichen, die Kosten für die Instandhaltung der Synagoge für weitere Jahrzehnte decken zu können und ihr weiteres Bestehen zu sichern. Am 20. September 1917 verließ der letzte Jude – Karel Sabath (1) das Dorf Slatina und zog nach Kasejovice um. In demselben Jahr kaufte für 10 800 Kronen der Händler und Musiklehrer Karel Volmut die Synagoge. Die Schule und Synagoge wurden umgebaut und dienten als Geschäft und Bauernhof. Nach dem zweiten Weltkrieg verließ auch er das Gebäude und zog um. Der Bau diente dann zu verschiedenen Zwecken der neu gegründeten LPG. Unter anderem wurden hier künstliche Düngemittel gelagert.  Und so schien es, dass das Schicksal der Synagoge besiegelt ist.  Kurz bevor das Gebäude abgerissen werden sollte, verkaufte es die LPG in private Hände. Die neuen Besitzer haben dann die Synagoge, die unter Denkmalschutz steht, renoviert.
Im Rahmen der ICOMOS (2) – Forschung (UNESCO) mit Sitz in Paris wurda Slatina von Rivka und Ben Zio Dorfmann aus der israelischen ICOMOS Niederlassung besucht. Das Resultat dieses Besuchs war die Empfehlung, mit Hilfe von Organisationen, Stiftungen und Sponsorem auch den jüdischen Friedhof zu retten uns so den ganzen Komplex für die nächsten Generationen bewahren zu können.
Bearbeitet mit der Ausnutzung der Unterlagen von Herrn Josef Smitka / Übersetzt von: Jan Vápeník

(1) Hier ist sehr wichtig, ein bedeutungsvolles Mitglied der jüdischen Gemeinde in Slatina zu erwähnen, Adolph Joachim Sabath.
(2) ICOMOS - ist die internationale nichtstaatliche Organisation, die sich weltweit für Schutz und Pflege von Denkmälern und Denkmalbereichen und die Bewahrung des historischen Kulturerbes einsetzt. ICOMOS beteiligt sich als Berater und Gutachter an der Arbeit des Welterbe-Komitees und an der Erfüllung der UNESCO-Konvention zum Weltkulturerbe. Nationalkomitees bestehen bereits in mehr als 120 Ländern, und ICOMOS hat außerdem mehr als 25 Internationale Wissenschaftliche Komitees.
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